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Presse | 20 Jahre Stadtsanierung Bad Dürkheim – Eine Erfolgsgeschichte

20 Jahre Stadtsanierung Bad Dürkheim – Eine Erfolgsgeschichte

Am 17. Dezember 2009 wurde in einem feierlichen Akt im Dürkheimer Haus das Jubiläum zu 20 Jahren Stadtsanierung gefeiert. Vor zahlreichen Gästen wurde von Herrn Bürgermeister Wolfgang Lutz und Herrn Jürgen Rittmannsperger der geschichtliche Ablauf der Stadtsanierung anhand herausragender Beispiele von öffentlichen und privaten Modernisierungs- und Ordnungsmaßnahmen, die seit 1989 realisiert wurden, erläutert.
Als herausragende Maßnahmen wurden die zahlreich durchgeführten Freiflächenmaßnahmen wie Römerplatz, Stadtplatz, Schlossplatz und Obermarkt sowie die städtebauliche Umgestaltung der Isenach genannt.
Insgesamt wurden im Zeitraum von 1989 bis 2009 über 66 Millionen Euro an Investitionen von privater und öffentlicher Seite umgesetzt, wobei unter anderem auch fast 80 Gebäude umfangreich saniert worden sind.
Die Eröffnungsfeier war Auftaktveranstaltung für eine Dauerausstellung zum gleichnamigen Thema, die an verschiedenen Orten in der Stadt (Rathaus, Haus Catoir, Sanierungsbüro) gezeigt werden soll.

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Auszug aus der Rede von Jürgen Rittmannsperger anlässlich der Jubiläumsveranstaltung am 17.12.2009:

[…] Allen Städtebauförderungen gehen Vorbereitende Untersuchungen voraus (in Bad Dürkheim 1986 begonnen), um festzustellen, gibt es überhaupt städtebauliche Missstände in der Stadt, denn ohne Missstände keine Förderung.

Die sorgfältigen Untersuchungen zeigten sehr bald, dass es diese Missstände gab. Zustand der Gebäude, teilweise schwierige Wohnverhältnisse, Probleme und Störungen durch den fließenden und ruhenden Verkehr, Probleme mit dem Einzelhandel, eine unbefriedigende Grünsituation, leerstehende Gebäude, keine gute Altersdurchmischung der Bevölkerung, die Jugend fehlte. […]

Unser Büro hat seinerzeit ein mehrschichtiges Rahmenkonzept zur Sanierung der Stadt entwickelt und dies wurde bisher von allen Beteiligten kontinuierlich abgearbeitet. Keine der ursprünglich aufgestellten Thesen hat sich als Flop erwiesen und alle Themen konnten erfolgreich behandelt werden.

Wie fing das Ganze an – wie immer mit Verkehrsproblemen!

Die Stadt Bad Dürkheim ist schon seit vielen Jahrhunderten davon geprägt, dass sie sich am Schnittpunkt zweier wichtiger Straßen entwickelt hat: Der Nord-Süd-Strecke von Grünstadt nach Neustadt, der heutigen „Deutschen Weinstraße“ B 271 und der Ost-West-Verbindung von Mannheim/Ludwigshafen – früher eigentlich von Heidelberg – nach Kaiserslautern, der B 37. Diese wichtigen Straßen führten selbstverständlich mitten durch die Stadt.

Kreuzungspunkt war der Römerplatz. Unser Planungsvorschlag, sobald wie möglich den Römerplatz zu schließen und dem Verkehr zu entziehen, löste ein mittleres Erdbeben aus.

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Ein Lichtblick hatte sich schon 10 Jahre vor Beginn der Stadtsanierung aufgetan, die Rheinland-Pfälzische Straßenbauverwaltung hatte Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts die B 37 nach Norden in den Bereich der Bachgärten verlegt und damit den Römerplatz teilentlastet, allerdings führte eine Zufahrt in die Innenstadt über den Römerplatz und teilweise als Kleeblatt überdimensioniert ausgestaltet.

Die neue B 37 war ein Kind seiner Zeit, teilweise 3-spurig mit seitlichen Leitplanken – für den Fußgänger nicht zu überqueren, die nördlichen Wohnviertel an der Maxbrunnenstraße und der Hinterbergstraße wurden abgeschnitten. Plötzlich waren Hinterhofsituationen freigelegt, die als Stadteinfahrt für eine noble Kurstadt überhaupt nicht taugten.

Und hier geschah etwas unglaublich positives: die rheinland-pfälzische Straßenbaubehörde hatte ein Einsehen - und das nach nur 10 Jahren nach der Fertigstellung der neuen B 37 – diese neue Straße wurde auf ein verträgliches Maß zurückgebaut, ohne dass jemand sein Gesicht verloren hat. […] Die Straße wurde 2-spurig, teilweise als Allee ausgebildet, das halbe Kleeblatt verschwand, Abfahrten wurden maßstäblicher und die Fußgänger erhielten sichere Überquerungsmöglichkeiten. […]

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Die „Deutsche Weinstraße“ (B 271) umfährt mittlerweile östlich die Innenstadt, so dass die engere Stadtmitte vom Durchgangsverkehr befreit ist.

Die Straßen- und Freiflächenräume in der Innenstadt waren zumeist ungestaltet und hauptsächlich dem fahrenden und ruhenden Verkehr untergeordnet. Die Aufenthaltsqualität der Plätze und Freiflächen für die Bewohner und Besucher Bad Dürkheims waren nur eingeschränkt gegeben. Die Gefahr bestand, dass die Bausubstanz der Gebäude immer schlechter wurde und die Geschäfte, aber auch die Menschen, sich immer weiter aus der Innenstadt zurückzögen.

Aufgrund dieser sich immer stärker abzeichnenden negativen Tendenzen entschloss sich daher die Stadt Bad Dürkheim zu handeln mit dem Ziel, die Innenstadt als Sanierungsgebiet auszuweisen. Das Konzept und die Strategie waren, die Aufenthaltsqualität für die Menschen in der Innenstadt zu stärken, den Geschäftsleuten eine starke und attraktive Einkaufsstadt zu geben und das Bild der Kurstadt aufzuwerten.

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Mit Unterstützung der Landesregierung und der damaligen Bezirksregierung wurde dann am 02.02.1989 das Sanierungsgebiet „Bad Dürkheim – Stadtmitte“ förmlich festgelegt.

Bei der ursprünglichen Festlegung des Sanierungsgebietes wurde aufgrund der Vorgaben, dass eine Gebietsfestsetzung auf maximal 10 ha beschränkt sein muss, ein kleinerer Bereich unter Sanierungsrecht gestellt wurde als eigentlich notwendig gewesen wäre. Nach über 10 Jahren der Durchführung der Stadtsanierung Ende der 1990er Jahre konnte man daher feststellen, dass das Zusammenspiel zwischen öffentlichem und privaten Engagement in der Stadtsanierung das Gebiet schon so weit vorangebracht hatte, dass bei der Stadt überlegt wurde, weitere Teile der Innenstadt in die Stadtsanierung zu integrieren, so dass auch diese Gebiete von der Beratung und Förderung profitieren konnten.
Und so wurde das Sanierungsgebiet im Jahr 2002 um die Bereiche nördlich der B 37 […] und südliche Innenstadt […] erweitert.

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Das Sanierungsgebiet wird aber mit Sicherheit nicht ewig bestehen und die Stadt, wie auch die Bürger müssen sich darüber im Klaren sein, dass „Stadtsanierung“ oder auch „Stadtentwicklung“ eine fortwährende und dauerhafte Aufgabe ist. Unabhängig von der Möglichkeit einer Förderung oder anderen finanziellen Unterstützung muss es das Interesse aller – Bürger, Politik, Verwaltung, Gewerbetreibenden, Planer und Architekten – sein, die Funktionen der Stadt weiterzuentwickeln, um das Gemeinwesen „Stadt“ voranzutreiben. Und hierfür sehe ich die Stadt Bad Dürkheim sehr gut aufgestellt. […]

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Quelle: Eigener Artikel (17.12.2009)

 

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