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Projekte | Hochbau | Alte Synagoge Erfurt

Alte Synagoge Erfurt

Gesamtsanierung und Restaurierung einer der ältesten europäischen Synagogen.
Umgestaltung zum Museum mit neuen Ergänzungsbauten.

Alte Synagoge Erfurt


Leistung:
Leistungsphase 1 – 9
Leistungszeitraum:
Planungsbeginn 1999
Einweihung 2009
Baukosten:
2,570 Millionen €
Bauvolumen:
Gesamtfläche 1.180 m²
Nutzfläche 708 m²
Bauherr:
Landeshauptstadt Erfurt
Amt für Hochbau und Gebäudeverwaltung

Mit internationalen Festgästen und begleitet durch großes Echo in den Medien wurde die Einweihung der sanierten Alten Synagoge Ende 2009 in Erfurt gefeiert. Die große Resonanz zeigt die enorme Bedeutung des Sanierungsprojektes.

Die Alte Synagoge gehört zu den ganz wenigen erhaltenen mittelalterlichen Synagogen in Europa, vergleichbar in ihrer Bedeutung mit der weltberühmten Altneuschul-Synagoge in Prag.
Die Sanierung stand unter dem übergreifenden Konzept der Einbindung aller baulichen Zeugnisse aus der Zeit zwischen den Jahren 1096 und 1349, als die Synagoge zum Gotteshaus geweiht war, und der nachfolgenden profanen Nutzung bis ins 19. Jahrhundert.
Erfahrbar ist nun im Äußeren wie im Inneren die Entwicklung dieses Bauwerks mit all seinen Brüchen im Wechsel der Geschichte.
Mit einem ergänzenden Funktions-Neubau ist die Alte Synagoge nun umgestaltet zum Museum und beherbergt mit dem sogenannten „Erfurter Schatz“ ein ganz besonderes Ausstellungsgut.

Sanierungskonzept und Gestaltung:
Nach ersten Sicherungen 1991 / 93 begann 1999 auf Grundlage des Kaufes durch die Stadt die schrittweise Sanierung mit dem Dach und der Westfassade. 2005 fiel die Nutzungsentscheidung entsprechend der baulichen Befundsituation. Das aufgehende Mauerwerk repräsentiert die vier Phasen der Synagoge bis zum Pogrom 1349, die Ausstellung unterstreicht im Erdgeschoss die diesbezüglichen Befunde. Das nachträglich eingebaute Kellergewölbe von 1350 wird zur Präsentation des wenige Meter entfernt in der Tiefe entdeckten Schatzfundes genutzt.
Im Obergeschoss wurden nach 1870 zwei Etagen des Speicherbaus von 1350 zu einem Saal vereint und neu gestaltet / saniert. In allen Ebenen ordnet sich das Innenraumkonzept der Sanierung der baugeschichtlichen Befundsituation unter. Funktionelle Ergänzungen erfolgten unter großer Zurückhaltung. Notwendige neue Bauteile wurden bewusst schlicht entworfen.

Das Ausstellungskonzept in der Alten Synagoge gliedert sich in drei Hauptthemen:
Im Erdgeschoss stellt sich das Gebäude selbst aus als einzigartiges Zeugnis der Erfurter Jüdischen Gemeinde im Mittelalter. Der Keller ist der Präsentation des Erfurter Schatzes vorbehalten. Das Obergeschoss thematisiert die berühmten Erfurter Hebräischen Handschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin und dient wechselnden Ausstellungen, vertiefend zu den in den drei Etagen präsentierten Inhalten.

Die Innenhoffläche und der Neubau des Kassenbereichs wurden einheitlich mit einem hellen Betonplattenbelag ausgelegt, der sich der historischen Natursteinfassade unterordnet. Gegenüber der begrünten Westwand stimmen jüdische Grabsteine vor einer neuen Betonwand auf die Inhalte der Ausstellung ein.




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