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Projekte | Hochbau | Villa Rosenthal Jena

Villa Rosenthal Jena

Ein offenes Haus für Kunst, Kultur und Gespräch

Villa Rosenthal Jena

Leistung:
Leistungsphasen 1 - 8
Leistungszeitraum:
Planungsbeginn 2007
Einweihung 2009
Baukosten:
1,7 Millionen €
Bauvolumen:
3.500 m³
Bauherr::
Jenawohnen GmbH
Jena




Foto:
JENAWOHNEN

Gesamtsanierung, Umbau, Erweiterung, Wiederherstellung des Gebäudecharakters der Gründerzeitvilla von 1891.

Erbauer der großbürgerlichen viergeschossigen Villa Ende des 19. Jahrhunderts war Eduard Rosenthal, ordentlicher Professor der Rechtswissenschaften an der Jenaer Universität, Kunstförderer, Mitbegründer der Carl-Zeiss-Stiftung und geistiger Vater der Thüringer Verfassung von 1921. Zusammen mit seiner Frau Clara pflegte er ein offenes Haus – einen kulturellen, auch politisch geprägten Treffpunkt in der Stadt Jena zur vorletzten Jahrhundertwende bis in die 1920er Jahre.
Eine Wiederbelebung in Anlehnung an die ursprüngliche Nutzung als kultureller Begegnungsstätte war Kernpunkt für die Instandsetzung des sanierungsbedürftigen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes, vor allem auch nach dem unheilvollen Verlauf der Familiengeschichte im Dritten Reich.

Schwerpunkte der Sanierung und Wiederherstellung gemäß der konzipierten Nutzung als Begegnungsstätte, Seminargebäude, Künstlerhaus waren:

  • Reparatur des Dachstuhls, neue Schieferdeckung und Deckenverstärkung im Dachgeschoss.
  • Abriss nachträglicher Anbauten und störender Einbauten.
    Einbau einer neuen Fluchttreppe.
  • Fassadenreparaturen und Neuverputz.
  • Ausbau des Kellergeschosses zu Ateliernutzung u.a. mit Sanierputz und Vertikalisolierung.
  • Ergänzender Neubau: Windfang als Stahl-Glaskonstruktion mit behindertengerechter Erschließung.
  • Sanierung des Gartenpavillons (Gedenkpavillon zum Andenken an den im 1. Weltkrieg gefallenen Sohn).


Restaurierung wichtiger originaler Räume und bauzeitlicher Details:
Unter anderem wurde im ehemaligen Herrenzimmer die 2 m hohe, in Jena als einmalig bezeichnete hölzerne Wandbekleidung mit Schnitzereien und Intarsien restauriert, ebenso die zum Raumkonzept gehörende offene Holzbalkendecke.
Im heute überwiegend als Ausstellungsbereich genutzten 1. Obergeschoss wurde in einem der Zimmer ein hoher Sockelfries entdeckt. Dessen umlaufendes farbiges Abschlussband (genannt „Grüner Fries“) mit ornamentartigen und figürlichen Darstellungen aus der Jagd wurde freigelegt und restauriert und gibt dem sonst nüchternen Raum ein belebendes Element.

Das in den wesentlichen Räumen liebevoll restaurierte Gebäude ist nun ausgestattet mit allen, der heutigen Nutzung angepassten Anforderungen und Details, wie beispielsweise barrierefreiem Erdgeschoss, großzügigem Windfang als Glas/Stahl-Konstruktion, Fluchtwegführung und unaufdringlichen Brandschutzlösungen.
Hier begegnen sich Künstler (Atelier im Untergeschoss) und Stipendiaten (2 Apartments im Dachgeschoss), und in der repräsentativen großzügigen Erdgeschoss-Ebene mit den restaurierten Vertäfelungen finden Veranstaltungen, Seminare, Gespräche statt.
Die Räume im Obergeschoss sind neben Ausstellungen zudem für Lesungen und Vorträge vorgesehen. Insgesamt ein kultureller Treffpunkt und nicht zuletzt auch Gedenkstätte für die Familie Rosenthal mit dem Ziel, deren Schicksal aufzuarbeiten.

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