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Presse | Sanierung der Bessunger Knabenschule wird fortgesetzt

Sanierung der Bessunger Knabenschule wird fortgesetzt

Der alternative Kulturpalast ist frisch verputzt und neu gestrichen. Im nächsten Jahr soll die Sanierung weitergehen. Dann will die Stadt noch einmal 400.000 Euro investieren.

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Das zarte Grün des neuen Farbanstrichs schimmert schon durch die Vorhänge vor der Bessunger Knabenschule - auf dem Hof flitzen die Hortkinder um die Wette. Foto: Torsten Boor

DARMSTADT. Eines der lebendigsten Kulturhäuser der Stadt wird rundum erneuert: Die Bessunger Knabenschule, die 100 Initiativen Platz bietet, wird im nächsten Jahr weiter saniert. Noch einmal 400.000 Euro will die Stadt ausgeben, damit nach der Hoffassade und den Toiletten auch der markante Kopfbau des historischen Prachtbaus auf Stand gebracht wird. Die feuchten Musikkeller und die stickige Veranstaltungshalle hat die Stadt als Eigentümerin ebenfalls im Blick. Mit Musizieren und Tanzen in Tropenluft soll es dann vorbei sein. Aber das zieht sich - wie auch der laufende Bauabschnitt.
Den letzten Anstrich mit der zartgrünen Farbe sollen die Maler noch in diesem Monat auf das neu verputzte Gemäuer aufbringen. Die Gerüste dann sollen bis Ende September abgebaut sein, verspricht Kulturreferent Ludger Hünnekens. Finanziell sei man beim aktuellen Sanierungsabschnitt mit 450.000 Euro im Plan geblieben, sagte er jetzt beim Ortstermin - zeitlich dagegen nicht: Rund ein Jahr länger als erwartet mussten die alternativen Kulturmacher und ihre Gäste mit den Provisorien leben.

Durch die weitgespannten Schutzvorhänge lässt sich schon sehen, was alles im Auftrag der Stadt erneuert wurde. 20 neue Holzfenster statt der morschen und zugigen Vorgänger, teils stilecht nachempfunden bis hin zu den Metallbeschlägen; neue Eingangstüren und neuer Putz; die komplett neu errichtete Toilettenanlage dürften vor allem die vielen Konzertbesucher schätzen - der Gestank der maroden Klos hatte zuletzt manchen Gast abgehalten, hört man beim Trägerverein der Knabenschule. Ludger Hünnekens, der als Chef des Eigenbetriebs Kulturinstitute zugleich als Bauherr fungiert, sagt: "Das ist eine der schicksten öffentlichen Toiletten, die wir in Darmstadt haben - spektakulär!"

Warum das aber alles so lange gedauert hat, dafür hat der Kulturmann mehrere Erklärungen. Man habe es hier "mit einem empfindlichen Baudenkmal" zu tun, sagt Hünnekens. Deshalb hätten sich die Architekten wie die Auftraggeber immer wieder mit Denkmalschützern absprechen müssen. Die Handwerker stießen auf Fragmente des historischen Kalkputzes. Der sollte wiederhergestellt werden. Die ausführende Firma aber fürchtete, der gewünschte Putz werde nicht auf dem alten Mauerwerk halten. Ein Fachinstitut musste Putzproben untersuchen, gab schließlich grünes Licht. Derweil hatten hatten die Bauarbeiten an der Fassade geruht, nur der graue Unterputz war sichtbar. Der Trägerverein fürchtete gar: "Im schlimmsten Fall muss das alles wieder abgeschlagen werden", so Geschäftsführer Bernd Breitwieser vor den Ferien. Nun wird wieder verputzt und gemalert. Und der Vereinsmann lobt die Handwerker: "Eins-A-Arbeit haben die Steinmetze hier geleistet."

Im Frühjahr 2017 sollte die Sanierung beginnen, es wurde Sommer. Mit drei Monaten Bauzeit hatte der Verein gerechnet, sagt Breitweiser, die Arbeiten laufen immer noch. Container im Hof, Gerüste vor der Nase und verbretterte Fenster: Mit solchen Provisorien mussten die Kulturleute wie auch die Kinder und Betreuer der Krabbelstuben und Hortgruppen das ganze Jahr über arrangieren, "das hat den Betrieb schon beeinträchtigt." Mit den Gerüsten werden sie noch eine Weile leben müssen: Der nächste Sanierungsabschnitt soll "zügig" folgen, sagt Kulturreferent Hünnekens.

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Hereinspaziert: Besucher der Knabenschule werden von frisch sanierten Sandstein-Elementen und neuen Türen begrüßt. Foto: Torsten Boor

Auch am Kopfbau nagt der Zahn der Zeit

Denn der Kopfbau an der Ludwigshöhstraße ist ja genauso vom Zahn der Zeit angenagt wie der Rest. Auch hier sollen Fassaden und Fenster erneuert werden. Die Belüftung in der Veranstaltungshalle soll 2019 ebenso technisch auf aktuellen Stand gebracht werden. Ein etwa 20 Jahre altes Abluftrohr ist hier in Betrieb; wenn die Konzertbesucher mal wirklich frische Luft brauchen, müssen sie die Saalfenster öffnen - zum Kummer manches Nachbarn. Auch "an die Keller wollen wir rangehen", sagt Hünnekens. Dort laufen derzeit zehn Entfeuchter - Tag und Nacht.
Freilich: Das sei alles abhängig davon, ob das Geld im Haushalt nicht anderswo dringender gebraucht wird, so der Referent. Knabenschul-Geschäftsführer Breitwieser sagt: "Wir wollen keinen Luxus, aber wenigstens den Standard."

Quelle: Darmstädter Echo (4.9.2018)

 

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