Auftakt in Gießen: Gemeinsam in den ISEK-Prozess gestartet
Rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner der nördlichen Innenstadt in Gießen haben im März 2026 den Auftakt für den ISEK-Prozess aktiv mitgestaltet. Bei einer öffentlichen Beteiligungsveranstaltung brachten sie ihre Perspektiven, Erfahrungen und Ideen ein und legten damit den Grundstein für die zukünftige Entwicklung ihres Quartiers.
Der Prozess ist Teil des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“. Ende 2025 wurde die Stadt Gießen mit der „Nördlichen Innenstadt“ in das Förderprogramm aufgenommen und kann damit für 10-15 Jahren in den Genuss von Fördermittel von Bund und Land kommen. Wir begleiten die Stadt Gießen bei der Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) und gestalten den Beteiligungsprozess aktiv mit.
Wir haben gemeinsam mit der Stadtverwaltung den Auftakt breit vorbereitet, mit Plakaten, Hauseinwurf-Flyern und einer digitalen Umfrage. Mehrsprachige Angebote stellen sicher, dass unterschiedliche Gruppen beteiligt wurden.
Quartiersspaziergang und zentrale Ergebnisse
Im Zentrum der Veranstaltung stand ein von uns konzipierter Quartiersspaziergang. In zwei Gruppen erkundeten die Teilnehmenden ausgewählte Orte und diskutierten direkt vor Ort über Stärken, Herausforderungen und Entwicklungspotenziale. Wir entwickelten Leitfragen, strukturierten den Austausch und moderierten die Gespräche. Ein bewusster Perspektivwechsel – z.B. aus Sicht von Kindern, älteren Menschen oder Gewerbetreibenden – eröffnete neue Blickwinkel auf den Stadtraum.
Die wichtigsten Themen, die die Teilnehmenden bewegten, waren Verkehr und Geschwindigkeit, fehlende Aufenthaltsqualität sowie ein Mangel an Grün- und Begegnungsräumen.
Im anschließenden Plenum führten wir die Ergebnisse zusammen, ergänzten sie gemeinsam und setzten erste Prioritäten. Die Teilnehmenden diskutierten zentrale Fragen zur Identität des Quartiers und entwickelten erste gemeinsame Leitlinien für die weitere Arbeit.
Die Beteiligung ist ein zentraler Baustein im ISEK-Prozess. Wir übertragen die gesammelten Hinweise nun in die nächsten Arbeitsschritte, von der Analyse bis zur Entwicklung konkreter Maßnahmen. In den kommenden Wochen führen wir Gespräche mit Schlüsselpersonen, um den Dialog weiter zu vertiefen und tragfähige Perspektiven zu entwickeln.
