Project Description

GOTISCHES HAUS
BAD HOMBURG

Das „Gotische Haus“ beherbergt das Städtische Historische Museum der Stadt Bad Homburg und ist Teil der „Landgräflichen Gartenlandschaft Bad Homburg“. Es wurde zwischen 1823 und 1825 im neugotischen Stil als Jagd- und Festschloss erbaut.
Das Gebäude ist ein Einzeldenkmal. Auch der umgebende Park mit seinem Baumbestand steht unter Denkmalschutz und teilweise unter Naturschutz.
Das „Gotische Haus“ ist gegliedert in einen 13 m hohen Mittelbau mit einem Umriss von 13 x 18,5 m und einen 2-geschossigen 7,3 m hohen Umgangsbau mit einem Umriss von 25,6 x 34,2 m und großenteils unterkellert.
Im Zentrum des Erdgeschosses stand ursprünglich ein großer Festsaal, umgeben von Räumen mit andienender Funktion sowie offenen Loggien an der West- und an der Ostseite.
Der verputzte Ziegelbau fußt auf einem umlaufenden Sandsteinsockel und schließt über dem Umgangs- wie über dem Mittelbau mit flachen Dächern ab, begrenzt von Zinnen-Kränzen, der oberste Abschluss zusätzlich betont durch vier Ecktürme.
Der Umgangsbau erhielt in späterer Zeit eine Stahlbetonzwischendecke, die im Zuge der Umbaumaßnahme teilweise zurückgebaut wurde. Dort, wo die Zwischendecke belassen wurde, ist sie im Bereich der Fensterleibungen zurückgeschnitten worden, um auch von innen erlebbar zu machen, dass die Fensteröffnungen vom Erdgeschoss ins 1. Obergeschoss übergreifen.
Im Erdgeschoss wird der Eingangsbereich inszeniert mit Museums-Shop und einem Café mit Außenterrasse. Außerdem gibt es dort große Ausstellungsflächen.
Weitere Ausstellungsflächen sind im 1. OG angeordnet, wo auch Räume der Museumspädagogik und ein großer Depotraum liegen.
Im 2. OG befinden sich die Büros der Museumsverwaltung, im 3. OG Technikräume und ein weiteres Depot.
Im Keller ist eine neue Besucher-WC-Anlage untergebracht, erschlossen über eine neu eingefügte einläufige Treppe, die vom Eingangsbereich im EG weiter ins 1. OG zu Museumspädagogik und Ausstellungsräumen führt. Außerdem gibt es im Keller noch die Museumswerkstatt und weitere Technikräume. Um eine ausreichende Höhe für die WC-Räume zu schaffen wurde die Bodenplatte an dieser Stelle tiefergelegt.

NACHHALTIGER BETRIEB
Der Sockel war durchfeuchtet und wurde mit einer umlaufenden Flächenabdichtung und einer Drainage an Ost-, Süd- und Westseite des Gebäudes trockengelegt.
Der Aufbau der obersten Dachfläche wurde komplett abgetragen und mit einer Abdichtung, Dämmung und einem Grün-Dach neu aufgebaut. Die innenliegende Entwässerung wurde zurückgebaut und nach außen verlegt. Die Dachfläche im 2. OG wurde ertüchtigt.
Auf der Süd- und auf der Nordseite wurden die Fensteröffnungen mit ihren gotischen Bögen auf ihre historische Höhe zurückgebaut. Alle Fensterelemente wurden erneuert.
Der Bestandsaufzug wurde saniert. Ein am Treppenhaus gelegener durchgehender Installationsschacht nimmt alle nötigen Lüftungs-, Heizungs- und Elektroleitungen und -verteilungen auf.
Zur Beheizung und Kühlung des Gebäudes wird ein regeneratives geothermisches System in Form einer erdgekoppelten Wärmepumpe genutzt, mit der die neu eingebauten Heiz-Kühldecken, vorhandene und neue Fußbodenheizungsflächen sowie Heizkörper betrieben werden. Als erdseitige Wärmequelle dienen Erdwärmesonden, die auf der Westseite des Gebäudes angeordnet sind.
Zunächst wurde ein Geothermal Response Test (GeRT) durchgeführt. Für einen GeRT wird eine definierte Wärmelast an eine Erdwärmesonde angelegt und die Temperaturentwicklung des Wärmeträgermediums bei Sonden-Ein- und -Austritt aufgezeichnet. Die ermittelte Temperaturdifferenz erlaubt die Ableitung thermischer Parameter und die Vorhersage der zukünftigen Temperaturentwicklung in den Erdwärmesonden.
Eine Probebohrung mit einer Tiefe von 100 m unter Geländeoberfläche hatte über einen Messzeitraum von 68,5 Stunden als Mittelwert für den Tiefenbereich zwischen 90 und 100 m eine Wärmeleitfähigkeit von 2,1 W/(m*K) und eine mittlere ungestörte Erdreichtemperatur von 10,8 °C ergeben.
Die Berechnungen gehen von einer Jahresheizarbeit von 126 MWh/a und einer Jahreskühlarbeit von 35-60 MWh/a aus und zeigen, dass mit dem geplanten Sondenfeld, bestehend aus 13 jeweils 150 m tief reichenden Erdwärmesonden, die gebäudeseitigen Bedarfsdaten nachhaltig dargestellt werden können.

LEISTUNG
Leistungsphasen 1-8
Stegreifkonzept VgV

LEISTUNGSZEITRAUM
2019 bis 2025

BAUKOSTEN
6,2 Millionen Euro

BAUVOLUMEN
6.914 m³ BRI / 1.519 m² NUF /
2.814 m² BGF

BAUHERR
Magistrat der Stadt Bad Homburg
Gebäudemanagement

Fotos: Rahel Welsen und Rittmannsperger Architekten