Project Description

JUGEND- UND SKATEBETEILIGUNG AM SPIELPARK BADEHAUS IN RÖDERMARK

Der Spiel- und Sportpark am Badehaus in Urberach wird im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ neu gestaltet. Wir haben die Stadt Rödermark dabei mit zwei aufeinander aufbauenden Beteiligungsformaten begleitet.

Den Auftakt bildete im Januar 2025 eine groß angelegte Jugendbeteiligung, zu der rund 100 Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren teilnahmen. In sieben altersgerechten Gruppen analysierten sie gemeinsam Stärken und Schwächen der bisherigen Konzeption und priorisierten ihre Wünsche: Skateanlage, Fitnessbereich mit Calisthenics und Kletterangeboten sowie ein Ballspielfeld standen dabei ganz oben.

Im Juni 2025 folgte ein spezialisiertes Skate-Beteiligungsformat, das die lokale Skate-Community gezielt in die Entwurfsschärfung einband. In einem strukturierten Ablauf aus Brainstorming, Entwurfsvorstellung und gemeinsamer Konsolidierung wurde der Planentwurf direkt vor Ort diskutiert und bewertet — von Flow und Obstacles bis zur Frage, was den Park gegenüber anderen Anlagen in der Region besonders macht.

Beide Formate wurden von uns konzipiert, vorbereitet und moderiert. Aus den Beteiligungen entstanden konkrete Planungsimpulse, die vom beauftragten Freianlagenplaner direkt in den Entwurf eingearbeitet wurden. So fließen Nutzerbedürfnisse von Anfang an in die Planung ein — nicht als Korrektiv am Ende, sondern als integraler Bestandteil des Prozesses.

Um die Intimität des Jost´schen Konzepts der Trinkkuranlage nicht zu stören, wurde der Foyer-Neubau nach außen hin angrenzend an den historischen Saalbau als neues Eingangsgebäude entworfen. Klar und bewusst in moderner Sprache gestaltet, ordnet er sich der Architektur des Jugendstilbaus mit dessen schön geschwungener Dachform unter. Ein Sichtbetonskelett als nach außen gewandte Konstruktion trägt den gläsernen Kubus des Foyers. Er zitiert mit dem Motiv der Doppelstützen die historisch überlieferte Form der Pergolenarchitektur. Hier im Neubau sind alle für den Betrieb des Veranstaltungssaals erforderlichen funktionalen und technischen Einrichtungen zusammengefasst. Behindertengerecht erschließt er beide Ebenen und den Saalbau. Eine Cateringbar ergänzt die flexible Bewirtung. Durch behutsame Neuorientierung ist ein zum Stadtraum hin ausgerichtetes Entree hinzugekommen.

Fotos:  Rittmannsperger Architekten